Ein neuer Blick auf ETFs: Instrument zur Umsetzung von Ideen, keine Strategie
Zunächst handelt es sich um eine Definitionsfrage. ETFs werden häufig noch immer mit passivem Management gleichgesetzt, obwohl diese Sichtweise inzwischen als überholt gilt. Tatsächlich ist ein ETF lediglich ein Instrument – ein „Behälter“ –, der unabhängig von der jeweiligen Anlagestrategie eingesetzt werden kann.
Das Innovative ist aber nicht das Instrument selbst, sondern mit welchem Inhalt es kombiniert wird. Aktive ETFs ermöglichen es, aktive Anlagestrategien in ein Format einzubetten, das bislang der Indexnachbildung vorbehalten war.
Damit rückt die Rolle des Fondsmanagers wieder in den Mittelpunkt: Wertpapierauswahl, Asset Allocation und Risikomanagement. Mit einem klaren Ziel: langfristig eine Outperformance gegenüber einem Index zu erzielen.
Ein schnell wachsender Markt… mit viel Erklärungsbedarf
Die Zahlen belegen eine schnell wachsende Akzeptanz, die jedoch noch ausbaufähig ist. Nach Angaben von Morningstar wuchs das in Europa in aktiven ETFs verwaltete Vermögen von 30 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf knapp 77 Milliarden Euro per Ende 2025; bis 2030 wird ein Volumen von über einer Billion US‑Dollar prognostiziert.
Diese Dynamik geht jedoch mit einem wachsenden Bedarf an Aufklärung einher. Viele Anleger sehen ETFs weiterhin als Gegenpol zum aktiven Management, obwohl sich beide Ansätze inzwischen sinnvoll ergänzen.
Genau hier kommen Vermögensverwaltungsgesellschaften ins Spiel: um zu erklären, dass aktive ETFs die herkömmlichen Vertriebsstrukturen für Investmentfonds nicht sprengen, sondern für aktives Management weiterentwickeln.