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Bis 2022 soll rund ein Drittel der verwalteten Vermögen von ODDO BHF AM nachhaltig sein

Artikel erschienen in Fonds & Finanzen, 27.08.2019
Von Christiane Lang

Oddo BHF Asset Management will die Palette an nachhaltig gemanagten Fonds weiter ausweiten und plant dafür bis zum Jahresende einen Green-Bonds-Fonds sowie die Anwendung der ESG-Kriterien auf quantitative Aktienstrategien. Im kommenden Jahr ist ein ESG-High-Yield Fonds geplant. Erst seit Kurzem wendet die Gesellschaft die ESG Kriterien auch auf einen ihrer drei Wandelanleihefonds an. Bis 2022 soll der Anteil der nachhaltig gemanagten Assets am gesamten verwalteten Vermögen von derzeit rund 12 % auf mindestens ein Drittel steigen.

Die Vermögensverwaltungssparte der deutsch-französischen Oddo BHF Gruppe will die Integration der ESG-Faktoren in die Investmentprozesse der verschiedenen Assetklassen kontinuierlich vorantreiben. 2012 hat die Gesellschaft mit europäischen Aktienfonds begonnen, es folgten 2016 Mid-Caps-Aktienfonds, 2017 Investment-Grade-Unternehmensanleihen und vor wenigen Wochen einer von drei Wandelanleihefonds, der Oddo BHF European Convertibles Moderate, der rund 100 Mill. Euro verwaltet. 

Nicolas Jacob
Leiter ESG-Research
ODDO BHF Asset Management

„Nach Aktien und Bonds sind Convertibels die logische Folge, denn der Investmentprozess ist dem der beiden anderen Assetklassen sehr nahe“, erläutert Nicolas Jacob, Leiter ESG-Research bei Oddo BHF Asset Management. 

Der Assetmanager hat seine eigene ESG-Methodologie und -Analyse entwickelt. Im Falle des Convertible-Fonds wirke sich die Anwendung des ESG-Analyseverfahrens maßgeblich auf die gesamte Portfoliostruktur aus, da Emittenten mit sehr hohen ESG-Risiken, insbesondere in Bezug auf Humankapital und Corporate Governance, ausgeschlossen würden, so Jacob.

Verbesserung der Portfolioqualität

„Die Einbeziehung von ESG-Aspekten in unsere Strategien zielt darauf ab, die Portfolioqualität langfristig zu erhöhen. Es ist kein Zufall, dass die jüngsten Ausfälle von Wandelanleihen Unternehmen mit erheblichen Governance-Problemen, wie beispielsweise Follie-Folie oder Nyrstar betrafen, in denen wir nicht investiert waren“, so Olivier Becker, Leiter Wandelanleihen und Laufzeitfonds bei Oddo BHF Asset Management.

Durch die Integration strenger ESG-Faktoren wolle man das Rendite-Risiko-Profil des Fonds verbessern. Dies könne die Basis für robustere Anlagerenditen sein.

Geringes Investmentuniversum problematisch

Jacob zufolge ist es eine große Herausforderung, die ESG-Faktoren in den Wandelanleihefonds zu integrieren, denn das Investmentuniversum sei nicht groß.

„Wir betreiben kein Greenwashing und wenn wir unsere strengen ESG-Maßstäbe ansetzen, bedeutet das spürbare Auswirkungen auf die Portfoliozusammensetzung.“ 

Neben Ausschlüssen von Unternehmen, die internationale Normen und Gesetze verletzen, und Engagement, also den Dialog mit Unternehmen, setzt Oddo BHF auf den sogenannten „Best-in-Universe-Ansatz“. 

Anders als beim weit verbreiteten, relativen „Best-in-Class-Ansatz“ wird beim absoluten „Best-in-Universe-Verfahren“ jedes Unternehmen hinsichtlich der ESG-Kriterien geratet und mit dem gesamten Investmentuniversum und nicht nur mit den Unternehmen der jeweiligen Branche verglichen. Einen besonderen Schwerpunkt legt der Assetmanager auf Personalpolitik, Unternehmensführung und das Engagement für eine CO2-arme Wirtschaft.

Unternehmen, in die die ESG-Fonds von Oddo BHF investieren, müssen besser als „3“ auf der eigenen ESG-Skala von „1“ (sehr schlecht) bis „5“ (sehr gut) bewertet sein.

ESG-High-Yield-Fonds im Visier 

Ob auch auf die anderen beiden Wandelanleihefonds der Gesellschaft die ESG-Kriterien angewendet werden sollen, ist Jacob zufolge noch nicht entschieden worden.

„Wir werden aber in den kommenden Wochen mit einer nachhaltigen quantitativen Aktienstrategie an den Markt kommen. Für das vierte Quartal ist darüber hinaus ein Green-Bond-Fonds geplant. Für uns die größte Herausforderung ist es derzeit, die ESG-Faktoren in den Investmentprozess von High-Yield-Anleihen zu integrieren. Das Problem hier ist schlicht der Mangel an Informationen.“ 

Bis 2022 will Oddo BHF Asset Management mindestens ein Drittel aller Assets under Management nach ESG-Kriterien managen. Derzeit werden ESG-Kriterien bei Anlagen in Höhe von rund 6,9 Mrd. Euro (per
30. Juni) berücksichtigt, das entspricht rund 12 % des gesamten verwalteten Vermögens.

Personelle Aufstockung

„Der Ausbau dauert seine Zeit, denn wir subsummieren hier nur diejenigen Fonds, die nach unserer eigenen ESG-Methodologie und -Analyse gemanagt werden. Und wir sind dabei, unsere Expertise auszubauen und haben uns auch personell im Nachhaltigkeitsmanagement verstärkt durch einen Neuzugang in Düsseldorf, so dass unser ESG-Team jetzt drei Köpfe zählt“, erläutert Jacob.

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