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Wie man die Eurozone nach Draghi bespielt

Quelle: Fondsprofessionell 04/2019

Der ODDO BHF Avenir hat über die vergangenen zehn Jahre die beste Performance und sollte auch die Post-Draghi-Zeit gut meistern.

Die Eurozone stellte in den vergangenen zehn Jahren nicht unbedingt das am leichtesten zu bespielende Anlageuniversum dar: Von Griechenland über Italien bis hin zu den unbekannten Auswirkungen des Brexit - regionale Minenfelder gab und gibt es zur Genüge. Ein Fels in der Brandung war in diesen Zeiten – wenngleich nicht immer unumstritten – EZB-Präsident Mario Draghi. Von der ehemaligen IWF-Chefin Christine Lagarde wird zwar ein Fortsetzung des Draghi’schen „Whatever it takes“-Ansatzes erwartet. Restunsicherheiten bestehen aber – es stellt sich die Frage: Wie mit diesen umgehen? Aus diesem Grund haben wir in Kooperation mit dem Datenprovider Mountain-View eine Auswertung der Eurozonen-Fonds über die vergangenen zehn Jahre vorgenommen. Die beste Performance legte in diesem Zeitraum der ODDO BHF Avenir ab.* Er schaffte bis Redaktionsschluss eine Performance von knapp 200 Prozent. Annualisiert sind das 11,4 Prozent. Damit werden sowohl die Benchmarks wie auch der Euro Stoxx 600 klar geschlagen, der es im selben Zeitraum auf kumuliert rund 112 Prozent bringt. 

Vorurteile 

Der Fonds ist Teil der Avenir-Strategie und weist einen starken Fokus Richtung Frankreich auf – 75 Prozent sind dort allokiert. Das ist bemerkenswert und auf den ersten Blick überraschend, hat man die Republik doch eher volatil und als potenzielles Sorgenkind im Hinterkopf. [...] [Es] fällt des Weiteren auf, dass die ODDO-Sektorallokation stark in Richtung Industrie geht. Dort stecken mehr als 41 Prozent der Vermögen. 


Pascal Riégis
Portfoliomanager ODDO BHF Asset Management

Fragt man Fondsmanager Pascal Riégis nach dem Zustandekommen dieses Fokus, gibt es aber nur ein Achselzucken und den Hinweis: „Wir treffen keine Allokationsentscheidungen.“ Mit anderen Worten: Das Management fährt eine klassische Stockpicking-Strategie, oder um es mit Riégis’ Worten zu sagen: „Wir konzentrieren uns auf die Aktienauswahl.“ Die Basis dafür bildet eine gründliche Fundamentalanalyse. 

„Wir besuchen die Unternehmen und bewerten deren Best- und Worst-Case-Szenarien. Es handelt sich um einen Fonds mit überzeugungsbasiertem Ansatz.“

Das mündet in ein Portfolio, von dem „wir glauben, dass es aus Unternehmen besteht, die morgen die weltweit führenden Player in ihrer Branche sein werden“. Wenn ODDO BHF also nach Innovationstreibern sucht, wirft das im Umkehrschluss ein eher negatives Bild auf die börsennotierte Finanzbranche. Diese ist gegenüber der Benchmark um 20 Prozentpunkte untergewichtet und macht – wohl eher aus kosmetischen Gründen – nur ein Prozent des Portfolios aus. Das bedeutet wiederum, dass es aus ODDO BHF-Sicht am Kapitalmarkt kaum ein Finanzunternehmen gibt, das besagten Führungsanspruch „für morgen“ erfüllen kann. 

Ungewöhnlich auch die Antwort auf die Frage nach der größten Herausforderung für die kommenden zwölf Monate. Demnach besteht diese laut Riégis in der ESG-Integration. Nach dem längst erfolgten Ausschluss von Tabak, Alkohol, Glücksspiel, Kohle und Atomkraft kommen seit 2019 weitere selbst auferlegte Einschränkungen auf das Management zu:

„Wir dürfen nicht mehr als zehn Prozent der am schlechtesten bewerteten ESG-Titel einer Branche halten“, schildert der Manager, der derzeit tatsächlich kein solcherart bewertetes Unternehmen im Portfolio hat.

Mit dem Ansatz ist auch eine Art Mission verbunden: „Wir werden systematisch in einen Dialog mit den am schlechtesten bewerteten Unternehmen treten. Werden nach einem Jahr keine Fortschritte erzielt, verkaufen wir die Positionen.“ Blauäugig tritt er dem Thema ESG natürlich nicht gegenüber:

„Das ist eine Herausforderung. Denn ESG ist kein Thema, das nur schwarz oder weiß ist. Es gibt viele Grauzonen, in denen Investoren ein unabhängiges Urteilsvermögen an den Tag legen müssen."

* Entscheidend ist die Performance der vergangenen zehn Jahre in einem bestimmten Sektor im Vergleich zur erhobenen Peergroup. Voraussetzungen sind aktives Management sowie die Zulassung in Deutschland und Österreich. Außerdem müssen die Produkte einen Schwellenwert von zumindest 100 Millionen Euro an verwaltetem Vermögen aufweisen.

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